Labskaus vegetarisch

Labskaus gehörte für mich in die Kategorie ‚Kateressen‘ – wenn der Magen vom Gelager strapaziert war und der Körper völlig übernächtigt, dann konnte ich meist nicht widerstehen.

In meinem derzeit liebsten Kochbuch ‚Deutschland vegetarisch‘ ist eine fleischlose Variante enthalten. Dieses Essen habe ich beim ersten Versuch noch sehr skeptisch zubereitet, um es dann auf der Liste meiner Lieblingsspeisen ganz oben auf der Höhe des Grünkohl zu platzieren. Unglaublich lecker, das hätte ich wirklich nicht gedacht. Die Kombination aus frischer Rote Bete mit Kartoffelpüree, Gewürzgurken, Zwiebeln und Ei ist wirklich großartig. Es schmeckt auch ohne Ei sehr gut, also ein Essen welches, da das Püree ohne Milch gemacht wird, auch für Veganer geeignet ist.

Ich kann Euch nur empfehlen, es nachzukochen. Der Zeitaufwand ist noch im Rahmen, eine gute Stunde solltet ihr aber einkalkulieren.

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Zutaten für 4 Portionen:

  • 800 Gramm Kartoffeln (mehlig kochend)
  • 400 Gramm Rote Bete (frisch, am Besten mit Grün – vorgekochte ganze ‚Knollen‘ gehen aber bestimmt auch)
  • 150 ml heiße Gemüsebrühe (selbstgemacht)
  • 100 ml Gewürzgurkenwasser (aus dem Glas der Gewürzgurken)
  • 60 Gramm Butter oder Alsan
  • 3 Speisezwiebeln
  • 4 Zweige Dill frisch oder ihr nehmt gefrorenes
  • 8 Eier (pro Portion 2  oder weniger oder weglassen)
  • 8 Gewürzgurken (selbstgemacht)
  • Salz & Pfeffer
  • Einmalhandschuhe!

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Zubereitung:

Die Rote Bete vom Strunk befreien (nicht zuviel abschneiden, es sollte noch ein kleiner Stummel zu sehen sein und auch das Spitze Ende unten muss dran bleiben!), waschen (nicht schälen) und in einem Topf 50 Minuten kochen lassen.

Die Kartoffeln gewaschen aber ungeschält in Salzwasser 40 Minuten kochen.

Die Rote Bete abgiessen, kalt abschrecken und die Handschuhe anziehen um die Haut abzuziehen, das sollte fast von alleine gehen. Die geschälten Kugeln direkt in einen Topf oder den Food Prozessor der Küchenmaschine geben um ihn dort zu pürieren. Solltet ihr auf den Topf zurückgreifen müssen, könnt ihr einen Stabmixer oder Omas alten Kartoffelstampfer nehmen. Bitte geht vorsichtig vor, das Zeig färbt wie verrückt wenn es spritzt. Das Püree mit Salz & Pfeffer würzen und es dann im Topf oder einer Auflaufform im Ofen (ca 80°) warm stellen.

Nun die Kartoffeln schälen und in einem Topf, mit 50 Gramm Butter, der Gemüsebrühe und dem Gurkenwasser zu Pü stampfen (ich nehme wirklich Omas alten Kartoffelstampfer, den ich hüte wie meinen Augapfel). Mit Salz und Pfeffer würzen und mit der Rote Bete zu einem grell pinken Püree vermengen um es anschliessend wieder warmzustellen. Ihr solltet das Kartoffelpüree vorher mal probieren, hättet ihr gedacht, das Pü ohne Milch so lecker sein kann?

Nun stellt ihr 2 Pfannen auf den Herd, eine für die Zwiebeln und eine für die Spiegeleier.

Die gehackten Zwiebeln in 4 EL Öl goldbraun braten, fein gehackten Dill und 10 Gramm Butter zugeben. Noch kurz braten lassen, abschmecken und warm stellen.

Die Spiegeleier braten (das könnt ihr sicher alleine, ohne Anweisung, oder? Mittlere Hitze und ca. 4 Minuten.)

Anrichten: Zuerst das pinke Püree auf den Teller, darauf die Zwiebeln, darüber das Spiegelei und an den Rand die Gewürzgurken, dazu ein Alster oder Radler.

Dieses Essen ist so unfotogen wie ein Essen nur sein kann…. Ich mein mal ehrlich, kann pinkes Essen appetitlich aussehen?

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Quelle: Deutschland Vegetarisch - Stevan Paul & Katharina Seiser

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