Friesi on Tour: Zotter – Schokoladen Manufaktur

Wenn zwei Schokomonster in Österreich unterwegs sind und auf dem Weg von Klagenfurt nach Wien an Graz vorbeikommen, mit dem Wissen dass in Riegersburg (in der Nähe von Graz) die Schokoladenmanufaktur Zotter sitzt, dann ist wohl völlig klar, dass wir diesen kleinen Umweg mit Freuden auf uns genommen haben, oder?

Die Anreise war etwas beschwerlich, das lag aber ganz klar am Fahrer. Der wollte nicht auf das Navi hören, hat also eine andere Abfahrt genommen und so mussten wir uns mit der Wohndose am Haken auf nasser Fahrbahn über ein paar Hügel inkl. enger Strassen quälen. Glücklicherweise sind wir heile angekommen und konnten uns bei Zotter austoben.

Die Verkostungstour durch das Schoko-Laden-Theater beginnt im Kakao-Kino mit einem kurzen Film, in dem man eine Reise zu den Kakaobauern unternimmt und so einen kurzen Einblick bekommt. Wer sich schon mal mit den Zuständen auf Kakaoplantagen auseinandergesetzt hat, wird vielleicht nachvollziehen können, dass mir schon im Kakao-Kino das Herz aufgegangen ist. Faire Bezahlung, keine Kinderarbeit und keine Sklaverei. Wunderbar, so sollte es überall sein.

Nach dem Film ging es, mit einem Löffel bewaffnet, durch die gläserne Produktion. Da ZOTTER einer der wenigen Bean-to-Bar Produzenten ist, erlebt man mit wie aus einer Kakaobohne am Ende Schokolade wird. An zahlreichen Naschstationen kann man die Zwischenprodukte bei der Entstehung von Schokolade kosten, das ist sehr imposant und ich weiss nun dass das Walzenpulver das erste Zwischenprodukt ist, welches ich Essen kann, ohne dass mir die Fussnägel hochklappen, denn Kakao ist in seiner Urfassung echt arg bitter.

Mein Highlight waren die Schokobrunnen mit der conchierten Schokolade und die Nougat-Brunnen. Natürlich bekommt man zusätzlich noch alles zu verkosten was das Zotter Sortiment so hergibt. Die klassische Labooka Schokolade, die handgeschöpten Schokoladen, Trinkschokolade, Mitzi Blue, Balleros usw.
Viele Produkte kannte ich noch gar nicht, so war ich noch Tage später überwältigt.

Als wir aus der Schokladenwelt wieder aufgetaucht waren mussten wir uns im Shop noch mit Schokolade eindecken. Wir haben unsere Taschen mit ziemlich viel Bruchschokolade gefüllt und eine Schoko-Lade aus Bambus (in die hatte ich mich spontan verliebt) wollte auch noch mit.

Im Anschluss ging es in den 27 ha grossen Essbaren Tiergarten. Die biologisch bewirtschafte Landwirtschaft ist eigentlich sogar 68ha gross, aber es sind nur 27ha für Besucher begehbar. In dem im Tiergarten gelegenen Restaurant gab es für uns ein sehr leckeres Bio-Essen, dieses kommt direkt von den eigenen Wiesen und Weiden. Das Motto lautet: ‚Schau Deinem Essen in die Augen, denn Tiere und Pflanzen sind Lebewesen und keine Produkte‘.

So haben wir uns die Käseplatte mit frischem hausgemachtem Brot und selbst gemachter Limonade ordentlich schmecken lassen. Ich bin mir sicher, hätten wir nicht noch weiter nach Wien gewollt, wären wir wohl noch Stunden dort sitzen geblieben.

Über den essbaren Tiergarten hat es wohl vor ein paar Jahren einen riesigen Shitstorm von Veganern gegeben, die das Anlegen eines solchen Gartens als absolut unangemessen empfanden.
Ich finde es ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man versucht den Tieren ein gutes Leben zu bieten und sich der Verbraucher/ Konsument durch den Besuch bewusst macht was er isst und, im besten Fall, am Ende dann weniger Fleisch zu sich nimmt. Denn tierische Produkte sollten, wenn man sie konsumiert, ein Genussprodukt und kein Massenprodukt sein.

Ich plädiere nach diesem Ausflug nun noch mehr dafür, weniger Schokolade zu sich zu nehmen und lieber darauf zu achten, dass die Schokolade fair gehandelt wurde. Damit tut ihr allen Beteiligten, inkl. Eurem Körper, nur Gutes.

So, ich muss jetzt weg und mir schnell eine Zotter Trinkschokolade machen 🙂

Wenn ihr noch ein paar mehr Details wissen wollt, kommen hier weiterführende Links zum Thema Zotter und Schokolade:

Ein Gedanke zu „Friesi on Tour: Zotter – Schokoladen Manufaktur

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